Banks Peninsula und der Linksverkehr
15. Jan. 2011Am Vortag hatten wir noch schnell einen Shuttleservice vom Hostel zur Mietautoabholung vereinbart, der pünktlich um 10 Uhr morgens eingehalten wurde. Nach ein einigen Formalitäten hatten wir die Autoschlüssel in der Hand und konnten loslegen. Lisa hatte bereits vorher schon eine Tour über die Halbinsel Banks Peninsula südlich-östlich von Christchruch ausgekundschaftet, die es jetzt statt einer langweiligen Christchurchtour (meine ursprüngliche Idee :-) ) abzufahren galt.
Der Linksverkehr ist im ersten Moment ziemlich seltsam, weil ja fast alles gespielt abläuft. Durch den Linksverkehr merkt man erst, wie stark man Dinge schon automatisiert hat. Auf welche Seite muss man schauen, wenn man über die Straße geht? Wo kommen Gefahren an einer Kreuzung her? Oder man wundert sich, warum auf einmal der Scheibenwischen anfängt zu wedeln, obwohl man doch nur abbiegen wollte ;-) Das ungewohnteste ist allerdings das Schalten mit der linken Hand. Nach der heutigen, "kurzen", ca. 220 km langen Spritztour habe ich mich allerdings schon gut daran gewöhnt.
Der Weg dieser Spritztour führte uns mit vielen Höhenmetern über die nahegelegenen Berge, die einen grandiosen Blick auf die Landschaft und über Christchurch bieteten. Wie auf den typischen hochgrünen Neuseelandfotos sieht es hier zur Zeit allerdings nicht aus, denn die ganze Landschaft ist wegen wenig Niederschlägen in der letzten Zeit, ähnlich wie bei uns letztes Jahr in Deutschland ziemlich dürr. Tolle Aussichten gab es aber trotzdem wie Sand am Meer.
Die erste Etappe führte über die Dyers Pass Road und die Summit Road nach Lyttleton, ein kleines Städtchen mit kleinem Hafen und so steilen Straßen wie in San Franzisko. Die Passstraßen haben hier meist sehr viele Kurven und lassen sich nicht so schnell befahren, wie es das Speedlimit von 100km/h erlauben würde. Entlang der Küstenstraße an verschiedenen Buchten vorbei sind wir bis nach Diamond Harbour und Puari, wo wir unsere Füße auf kosten einiger Insektenstiche kurz im frischen Meer abgekühlt haben. Die folgende ca. 12km lange Gebirgsschotterpiste konnten wir nur mit maximal 30 km/h befahren, kamen wir nach etlichen Kurven und zum Glück nur zwei Autos im Gegenverkehr im Pigeon Bay an. Von der Landschaft könnte ich jetzt sehr viel schwärmen, aber um euch langweiligen Text und mir viel Tipperei zu sparen, schaut euch einfach die Bilder an.
Der weitestentfernte Punkt vom Hostel war Akaroa ein malerisches, französisch angehauchtes Örtchen mit Hafen und einem Blick auf die dunklen, aber regenlosen Wolken aus Richtung Christchurch.
Der heutige Tag ist dann deutlich entspannter als der Gestrige zuende gegangen, bei einem Ribeye-Steak und einem leckeren einheimischen Bier genießen wir die letzten Stunden in Christchurch.
Die nächsten Tage führen uns zu Lake Tekapo und dann weiter nach Omarama und Oamaru, falls wir dort noch Plätze in den entsprechenden Hostels bekommen.