Kayaktour durch den Doubtful Sound
26. Jan. 2011Sandflies, überall Sandflies!! Die Neuseeländischen Mücken- oder Moskitoequivalente sind überall. Sie sind aber viel krasser als die Mücken, die man so kennt, aber dazu komme ich später nochmal :-)
Der Tag begann mit einem schrillen Handywecker um 6:00 Uhr früh. Nach einem hastigen Müslifrühstück, dem Schmieren unserer Verpflegungsbrötchen und Zusammenpacken unserer Ausrüstung haben wir uns auf den kurzen Anfahrtsweg ins Dorf gemacht. Die gewaltige Stadt Manapouri hat übrigens nur ca. 210 Einwohnern ;-) ist aber in der Gegend einer der größeren Orte. Sieben andere Teilnehmer und unser Coach sind dann per Bus zum Hafen gebracht worden. Mit einem kleinen Boot sind wir dann 45 Minuten quer über den Lake Manapouri (hier heißen Orte und Seen meistens gleich) geschippert. Der Zielpunkt der Bootstour war das West-Arm-Elektrizitätskraftwerk (West Arm Power Station - Manapouri Hydroelectric Power Station), welches den Lake Manapouri mit dem knapp 180m tiefer liegenden Doubtful Sound über unterirdische Tunnel und Turbinen verbindet, um uns in einer Touristeninformation kurz die Neoprenanzüge anzuziehen. Die Sandflies haben diesen Ort ganz besonders gern - das muss an den ganzen Frischbluttouristen liegen - denn beim Umziehen musste man schon wild um sich fuchteln, um nicht Opfer einer Attacke zu werden. Anschließend wurden wir mit einem Bus über den 22km langen Pass durch dichten Regenwald zum Deep Cove geschaukelt. Im Deep Cove gibt es ein kleines völlig abgeschiedenes Hostel, das meist von Schülern genutzt wird. Diese Schule haben wir aber links liegen gelassen und sind zu unserer Anlegestelle der Kayaks gefahren worden, wo es erstmal ein warmes Getränk nach Wahl gab (Kakao wurde ganz toll mit heißem Wasser angerührt und war unfassbar wässrig). Im Bus gab es auch überall Sandflies, die ich auch fleißig an der Scheibe zerdrückt habe, bis Lisa mich auf die Klebebänder aufmerksam machte, die über allen Fenstern klebten - mit Ausnahme von meinem - und mit "do not squash sandflies on window" bedruckt waren :-p
Nach einer kurzen Einführung in die Kayaktechnik und der Ausgabe von ein paar weiteren wasserdichten Klamotten ging es endlich in die Kayaks. Beim Einsteigen fing es schon leicht an zu nieseln, und die Klamotten konnten ihren ersten Wassertest beweisen. Meine wasserdichte Kameratasche konnte hier ihre Einsatzqualitäten zeigen und wurde zum wichtigsten Fotoutensil für diesen Tag (es gäbe sonst nämlich keine Fotos von der Tour).
Wir paddelten fleißig über den Sound und genossen die Aussichten, die zwar ziemlich trübe und dennoch sehr eindrucksvoll waren. Immer wieder sah man Wasserfälle die steilen Hänge herunterstürtzen, Regenwälder sich an selbigen festklammern und Wolken die Bergspitzen verschlingen. Die Eindrücke kommen auf den Fotos nicht rüber, das muss man einfach selber gesehen haben :-) Nachdem wir die erste lahmen Arme vom Paddeln bekamen, gab es auf dem heranfahrenden Boot eine warme Suppe und Zeit unsere früh morgens geschmierten Brötchen zu essen. Der Regen hatte sich nun schon deutlich gesteigert, was die Laune erstmal gedrückt hätte, wenn dadurch nicht spektakuläre Wasserfälle entstanden wären. In einer weiteren zusätzlichen wasserdichten Regenjacke gings zurück ins Kajak, um den Hall Arm bis zum Ende zu durchpaddeln. Ein besonderes Highlight war die Durchpaddelung einiger Wasserfälle (nass waren wir schon und die Boote konnten wegen hübschen Röcke nicht volllaufen). Einen trockenen Moment gab es in einer kleinen Höhle hinter einem Wasserfall. Die Wasserfälle wurden im Vergleich zum Beginn der Tour immer stärker, so dass manche Berge fast nur noch aus Wasserfällen zu bestehen schienen. Die letzten Minuten der Kayaktour wurden immer anstrengender, da die Paddelbewegung und die Kraft die man aufwendet nicht alltäglich sind. Man wurde trotz relativ starken Regen ständig von Sandflies attackiert, die es irgendwie schaffen nicht von den Regentropfen erwischt zu werden und zielsicher auf die Kayaks zuzufliegen. Die mir bekannten Mücken sind bei Regen nicht anzutreffen.
Das Boot, auf dem es schon das Mittagessen gab, hat uns am Ende des Fiordes dann abgeholt und zurück zu Deep Cove gefahren. Ganz ohne Anstrengung, deutlich trockener aber erstaunlich lange war die Fahrt zurück, denn wir haben schon eine ziemlich lange Strecke mit den Kayaks zurückgelegt.
Mit vielen tollen Eindrücken kehrten wir den Weg wieder zurück. Bei der Fahrt mit dem Bus über den Pass konnte man nun leider keine Aussicht mehr genießen, weil der ganze Fiord bis zum Rand mit Wolken gefüllt war. Schwer erschöpft kamen wir wieder in Manapouri an und sind abends schon ziemlich früh ins Bett gefallen. Der nächste Tag sollte aber noch früher beginnen :-)
PS: Die Bilder sind wegen einiger Wassertropfen auf der Glasscheibe manchmal etwas matschig und es gibt ein paar schwarze Ecken, wenn das Objektiv nicht richtig in der Hülle gesessen hat :-P