Fahrt nach Haast
29. Jan. 2011Heute gings wieder zurück ans Meer, wo wir unser nächstes Hostel in Haast an der Westküste gebucht haben. Nach dem Frühstück wurde noch schnell etwas eingekauft, um dann an verschiedenen Aussichtspunkten anhaltend bei Côte d'Azur Feeling an den Seen Lake Hawea und Lake Wanaka vorbei zu fahren. Der erste Halt wurde auf Kosten unseres wirklich sauleckeren Supa-Dupa-Schokomuffins gemacht. Der Muffin konnte vor seinem Ende allerdings eine Aussicht genießen, die ziemlich wenigen Muffins zuteil werden dürfte.
Nach diesem Hochgenuss war der zweite Halt an den Blue Pools, die mit einer kurzen Wanderung beglückt wurden. Diese bläulich leuchtenden Becken eines Gebirgsflusses kann man mit einer Hängebrücke überqueren oder sich direkt an die Ufersteine setzen und sein Lunchpaket futtern, wie wir es gemacht haben (hat mich allerdings zwei Sandflybisse gekostet - die auch noch zeitgleich angegriffen haben).
Der weitere Weg nach Haast führt über den Haast Pass, der von einigen Siedlern schon ziemlich früh in der Geschichte Neuseelands benutzt wurde, um auf die andere Seite der Gebirge zu gelangen. Einen ziemlich steilen Weg zu einem Aussichtspunkt dieses Passes sind wir im Schweinsgalopp hochgestiefelt (auf einem Foto sieht man den ziemlich tief liegende Straße, an der man ungefähr die Höhe sehen kann). Die Aussicht war ziemlich beeindruckend, da man sowohl ins Makarova Valley (da kamen wir her) als auch ins Haast Valley (da wollten wir hin) blicken konnte. Die ganzen bewaldeten Berge waren noch völlig unberührt von der Schafszucht und haben einen fließenden Übergang von Farnen und tropisch aussehenden Wäldern im Tal bis hin zu Nadelwäldern weiter oben an den Bergen.
Die folgenden Haltepunkte fanden an Wasserfällen mit - wie bisher den meisten Fällen - sehr kurzer Wanderzeit statt. Ein paar Bilder mit Stativ und Langzeitbelichtung waren allerdings nicht so spektakulär, da die Sonne zu stark und ungebrochen auf die Wasserfälle fiel. Einen Wasserfall hat einen ganz besonderen Eindruck - oder besser Biss - hinterlassen: Ich hatte hier gerade ein Freihandfoto geschossen und wollte das Stativ aufbauen, um den sehr hohen (ca. 36m) Wasserfall in einem schönen HDR Foto mit langer Belichtung für weiche Wasserformen zu fotografieren, als wir von schätzungsweise 30 Sandflies pro Person angegriffen wurden. Von dieser Attacke, die auch von mehreren Sandflymorden nicht ablies, verschreckt haben wir kurzerhand die Flucht ergriffen und so existiert nur ein einziges Foto dieses Wasserfalles :-P
Eine Waldwanderung war Ziel unseres nächsten Halts, der gemütlich und fast ohne Sandflies verlief. Entlang eines romantischen Bächleins lief der kurze Weg, auf dessen Parkplatz ein ersehntes Klo zu finden war. Die ganzen Sandflies schienen sich vom Umliegenden Wald (da waren ja kaum welche) in die Toilettenräume verzogen zu haben, da Lisa hier schwer geschunden und blutig gestochen wieder herauskam. Die Aussicht vom Parkplatz war allerdings wieder sehr schön, da man die schneebedeckten Berge der umliegenden Gebirge vor den grünen Wäldern und den goldenen Wiesen sehen konnte.
Nach einigen weiteren Kilometern auf der kurvigen Passstraße ging es zielsicher nach Haast, wo wir unser Gepäck wie üblich schnell abgeladen haben, um noch die letzten Sonnenstrahlen von diesem wunderschön sonnigen Tag zu nutzen. Eine kurze Spritztour führte uns vorbei am sehr windigen Strand von Haast Beach (eine gigantische Urlaubsmetropole von einer überteuerten Tankstelle, einem Motel und einem Wohnhaus) in die südlich gelegenen Sackgasse Jackson Bay, einer ruhigen Bucht mit Blick auf die nördlich verlaufende Küstengebirgskette. Am Wendepunkt eines kurzen Spaziergangs zu einer kleinen Bucht in der Nähe von Jackson Bay haben wir uns nochmal die Sonne auf den Pelz scheinen lassen.
Am Abend haben wir die etwas siffige Küche unseres Hostels verwendet, um ein paar Leckereien aus dem morgendlichen Supermarktbesuch in Wanaka zuzubereiten und im gemütlichen Aufenthaltsdschungelraum zu verschlingen. Papp satt haben wir uns noch überlegt am nächsten Morgen früh aufzustehen, um witterungsabhängig sehr früh an den sonnigen Gletschern zu wandern oder erst später an den verregneten Gletschern kurz haltend weiterzufahren.
Route
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